Reha-Ziele hätten für Mister Knie in spezifische Therapieziele ausdifferenziert und mit ihm vereinbart werden müssen

Reha-Ziele bezeichnen die übergeordneten Ziele für die gesamte Phase der Rehabilitation von Mister Knie. Sie müssen mit Mister Knie gemeinsam vereinbart sowie in spezifische Therapieziele ausdifferenziert werden. Die Zielformulierung sollte der S.M.A.R.T.- Regel folgen: die einzelnen Buchstaben stehen für: 

Spezifisch: wird klar, was genau erreicht werden soll? 

Messbar: kann überprüft werden, in welchem Maße das Ziel erreicht wird? 

Attraktiv: Halten sowohl Mister Knie als Behandler des Reha-Ziel für wichtig und lohnenswert? 

Realistisch: halten beide Seiten das Ziel für erreichbar? 

Terminiert: Was ist der Zeitrahmen für die Erreichung des Ziels?  

Eine zusätzliche Regel aus dem Bereich Qualitätsmanagement: die R.U.M.B.A.-Regel. Die Anfangsbuchstaben stehen für: 

Relevant 

Understandable (nachvollziehbar?) 

Measurable (messbar, überprüfbar?) 

Behaviourable 

Attainable (erreichbar?)  

Leider hat Mister Knie bei seiner Reha solchermaßen formulierte Ziele nicht kennengelernt, geschweige denn, dass sie mit ihm jemals vereinbart wurden. Durch den Einbezug der persönlichen Lebenssituation von Mister Reha (Umfeld, Vorerfahrungen, subjektive Vorstellungen, Problemwahrnehmung) wäre ein persönlicher Gewinn für die Zielerreichung (der auch nachhaltig wirken kann) unterstützt worden. Ebenso hätte man die Frage klären müssen, was Mister Knie selbst zur Zielerreichung hätte beitragen können (sollen, müssen). Die Einschätzung, ob ein Reha-Ziel in einem bestimmten Zeitrahmen realistisch erreichbar ist, gehört zu den zentralen Aufgaben des Reha-Teams. Durch die Gewichtung der Ziele untereinander hätte man für Mister Knie die Relevanz und die Erreichbarkeit insgesamt verbessern können. Eine wichtige Voraussetzung für eine effiziente Zielverfolgung ist ein überschaubarer Zeithorizont. Für die Reha von Mister Knie hätte sich als Zeitraum zunächst die aktuelle Behandlungsphase angeboten. Für ihn war ein Reha-Aufenthalt von drei Wochen geplant. Bei Reha-Ende hätte man die Zielarbeit mit Mister Knie auch auf die Nachsorge-Phase ausdehnen müssen. Auch dieses wurde bei Mister Knie versäumt. Bleibt somit zu hinterfragen, ob Mister Knie hier ein typischer „Standard“-Fall oder lediglich ein atypischer „Einzel“-Fall war. 

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