Der vergebliche Kampf von Mister Knie um die für seine rasche Heilung so wichtige Bewegungsschiene

 

Wenige Tage nach Beginn seiner Reha denkt sich Mister Knie: „Wenn eine Bewegungsschiene so wichtig ist, damit ich möglichst schnell wieder auf die Beine komme, warum sehe ich dann so wenig von einer solchen Motorschiene? Oder haben die hier etwa nicht genug Therapeuten oder genug Maschinen, um alle Patienten des Hauses (und die von außerhalb Hinzukommenden) ausreichend mit dieser Therapie versorgen zu können?“ Bei der nächsten Gelegenheit weist Mister Knie den für ihn zuständigen Stationsarzt darauf hin, dass er zu wenige Therapien mit der Bewegungsschiene erhalten würde. Der Stationsarzt antwortet: „darauf habe ich keinen Einfluss. Ich mache hier nur ein Kreuz auf einem Zettel, welche Art von Therapie Sie erhalten sollen. Über die konkrete Umsetzung, d.h. Termin und Häufigkeit entscheidet allein die Dame in der Therapievergabe. Sie müssen sich also an die dort wenden.“ Mister Knie denkt sich „ist das wirklich wahr, hat der Stationsarzt hier nichts zu sagen? Kennt die Dame in der Therapievergabe meine Behandlungsakte (oder nicht vorhandene Zielvereinbarung) besser als der behandelnde Arzt?“ und geht schnurstracks in das Zimmer der Therapievergabe, um nun dort für mehr Behandlung mit der Bewegungsschiene vorzusprechen. Die barsche Antwort der dort scheinbar alles beherrschenden „Therapievergabe-Schwester“ kam sofort und unmissverständlich. „Daran kann ich nichts ändern, ich befolge nur meine Vorgaben. Vielleicht sollten Sie einmal versuchen, Therapien auch hinzu zu kaufen.“ Mister Knie machen diese Äußerungen sprachlos und denkt sich: „die Schwestern hier sind eigentlich alle nett, aber diese Person hier schafft es ganz allein , den im FOCUS für diese Reha-Klinik propagierten Reputationsindex in den Keller zu drücken. Welche Therapien soll ich denn kaufen? Bei wem? Zu welchem Preis? Wie wird das abgerechnet? Ich denke, meine Kasse zahlt dies bereits mit einem stattlichen Tagessatz? Von wem erhält diese Dame eigentlich ihre Vorgaben? Nach welchen Kriterien werden hier eigentlich Therapien vergeben (zugeteilt)?“

 

Mister Knie will diese Sache so nicht im Raum stehen lassen. Um schnellstens Abhilfe zu schaffen wendet er sich nach vergeblicher mündlicher Vorsprache bei Stationsarzt und „Therapievergabe“-Schwester nunmehr schriftlich per Fax an den Patientenservice der Klinik. Wie Mister Knie meint: „das ist für mich dann die richtige Ansprechstation und geht am schnellsten.“ Und formuliert so gut, wie es ihm möglich ist:

 

 

Lieber Patientenservice, 

 

ich durchlaufe als Privatpatient ein Reha-Programm in Ihrer Klinik. Nach meinem Verständnis kommt es aufgrund von Engpässen, einschränkenden Vorgaben u.a. zwischen Anwendungen wie insbesondere a) Einzelgymnastik, b) Lymph-Drainage, c) Bewegungsschiene. zu größeren zeitlichen Lücken (am Wochenende bis zu vier Tagen). Die für die Festlegung von Anwendungen zuständige Stelle teilte mit, dass sie lediglich nach Richtlinien und Vorgaben handeln würde. Die Anwendung auf der Bewegungsschiene betreffend wurden jetzt nur noch 85 Grad gemessen, d.h. ein Wert, der unter dem liegt, mit dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde (> 90 Grad). Ich bitte um kurzfristige Nachricht, wie und von wem die Vorgaben für o.a. Anwendungen im Detail festgelegt werden und ob vorgesehen ist, den Anwendungsplan für meinen restlichen Klinik-Aufenthalt mit großen zeitlichen Lücken zwischen den Anwendungen (Vorträge und Spaziergänge sind kein Ersatz) fortzuschreiben.“

 

 

 

Um möglichst alle vielleicht sonst noch in Betracht kommenden Kommunikationswege auszuschöpfen schrieb Mister Knie gleichzeitig den Operateur im Akutkrankenhaus, den ihn als Facharzt vorher behandelnden Orthopäden und das Sanitätshaus vor Ort an:

 

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Operateur, 

 

ich wurde von Ihnen operiert und befinde mich jetzt für notwendige Reha-Maßnahmen in der Reha-Klinik. Nach meinem Verständnis gibt es dort aufgrund von Engpässen, einschränkenden Vorgaben u.a. im Ablauf der Anwendungen immer wieder größere zeitliche Lücken (am Wochenende bis zu vier Tagen). Die Anwendung auf der Bewegungsschiene betreffend wurden jetzt nur noch 85 Grad gemessen, d.h. ein Wert, der unter dem liegt, mit dem ich aus Ihrem Krankenhaus entlassen wurde (> 90 Grad). 

 

Hierzu meine Frage:

 

Ist es aus medizinischer Sicht nicht ungewöhnlich, dass sich der Bewegungs-Index im Rahmen der Reha-Maßnahmen, obwohl diese ihn doch eigentlich verbessern sollten, wieder verschlechtert?

 

Gibt es aus medizinischer Sicht für

 

a) Einzelgymnastik

 

b) Lymph-Drainage

 

c) Bewegungsschiene

 

eine Mindestzahl von Anwendungen, (im Normalfall) um schnellstmöglich wieder beweglich zu werden? Welche Anzahl von Anwendungen (pro Tag, pro Woche) wäre aus Ihrer Sicht empfehlenswert? 

 

Um möglichst umgehend reagieren zu können, wäre ich Ihnen für eine zeitnahe Antwort dankbar.

 

 mit freundlichem Gruß , Mister Knie

 

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Orthopäde, 

 

ich bin Patient bei Ihnen und wurde aufgrund der kürzlichen Diagnose (Röntgenbefund) operiert und befinde mich jetzt für notwendige Reha-Maßnahmen in der Reha-Klinik. Nach meinem Verständnis gibt es dort aufgrund von Engpässen, einschränkenden Vorgaben u.a. im Ablauf der Anwendungen immer wieder größere zeitliche Lücken (am Wochenende bis zu vier Tagen). Die Anwendung auf der Bewegungsschiene betreffend wurden jetzt nur noch 85 Grad gemessen, d.h. ein Wert, der unter dem liegt, mit dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde (> 90 Grad). Hierzu meine Frage: Ist es aus medizinischer Sicht nicht ungewöhnlich, dass sich der Bewegungs-Index im Rahmen der Reha-Maßnahmen, obwohl diese ihn doch eigentlich verbessern sollten, wieder verschlechtert?

 

Gibt es aus medizinischer Sicht für

 

a) Einzelgymnastik

 

b) Lymph-Drainage

 

c) Bewegungsschiene

 

eine Mindestzahl von Anwendungen, (im Normalfall) um schnellstmöglich wieder beweglich zu werden? Welche Anzahl von Anwendungen (pro Tag, pro Woche) wäre aus Ihrer Sicht empfehlenswert? Um möglichst umgehend reagieren zu können, wäre ich Ihnen für eine zeitnahe Antwort dankbar. Mit freundl. Gruß  Mister Knie.

 

 

 

Sehr geehrtes Sanitätshaus, ich befinde mich nach einer Knie-OP derzeit für notwendige Reha-Maßnahmen in der Reha-Klinik. Nach diesseitigem Kenntnisstand bestehen dort aufgrund von Engpässen oder einschränkenden Vorgaben nur begrenzte Möglichkeiten für kontinuierliche Anwendungen in zeitlich möglichst engen Intervallen auf einer Bewegungsschiene. Meine Anfrage an Ihr Sanitätshaus: Lässt sich eine solche bei Ihnen anmieten? Mit freundlichem Gruß, Mister Knie.

 

Alle antworteten umgehend mit dem gemeinsamen Tenor: das Allerwichtigste ist für Sie Mister Knie Therapie, Therapie und nochmals Therapie mehrmals am Tag!!!!

 

Die einzige Antwort, die ausblieb, war die vom Patientenservice der Reha-Klinik (ausgerechnet von der Stelle, die sich als erste hätte einschalten und kümmern müssen!!!!). Mister Knie kam der Gedanke: „Ist diese Stelle, obwohl in seinen Unterlagen offiziell und mit Kontaktadresse benannt, vielleicht nur ein Fake? Sieht so „Service“ in einer mit einem FOCUS-TOP-Siegel ausgezeichneten Reha aus?“

 

 

 

Zu diesem Zeitpunkt ahnte Mister Knie noch nicht, was in seiner Reha sonst noch so alles auf ihn zukommen sollte und hoffte, dass man die hier genannten Dinge baldmöglichst abstellen würde.