Kriterien für die Qualitätsmessung von Rehaeinrichtungen für eine Knie-TEP

 

„Es gibt eine Reihe von Organisationsfeldern, bei denen nach wie vor ein Nachhol- bzw. Handlungsbedarf festgestellt wurde“, teilte PKV-Pressesprecherin Nadja Herrlein mit. 

„Und welche sollen das denn sein?“, fragte Reha-Experte Martin Mitch. 

„Nach unseren Informationen besteht der größte Handlungsbedarf bei der Rehabilitandenorientierung, dicht gefolgt von dem Behandlungskonzept.“ 

„Ich, für meinen Teil, kann das so nicht eindeutig nachvollziehen.“ 

„Tut mir leid, ist aber so. Auch die Organisationsfeldern Qualitätsmanagement, innovative Behandlungsprogramme und Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsbedingungen haben noch Handlungsbedarf.“ 

„Wenn dem wirklich so wäre, müsste man dann nicht den Bereich „Kompetenzen, Engagement und Motivation des Personals im Vergleich zu anderen Qualitätsdimensionen nicht am wichtigsten einschätzen?“ 

„Dagegen wäre nichts einzuwenden.“ 

„Wer wurde denn zu den Organisationsfelder mit Handlungsbedarf überhaupt zu seiner Meinung befragt?“ 

„Rehabilitanden und Rehabilitandinnen, Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste.“ 

„Die müssten es ja eigentlich wissen. Und was haben die sonst noch konkret gesagt?“ 

„Einig waren sich eigentlich alle, dass die Durchführung des Therapieprogramms mit Zeitplan und Abstimmung der Therapieangebote besonders wichtig sind.“ 

„Was ja wohl nur eine Selbstverständlichkeit ist.“ 

„Größere Unterschiede in der Einschätzung der Qualitätskonzepte ergaben sich aber in den anderen Dimensionen.“ 

„Und welchen?“ 

„Von den Rehabilitandinnen und Rehabilitanden wurden die Dimensionen „Hotelaspekte“, also Qualität des Essens oder Freizeiteinrichtungen im Haus, sowie „Renommee der Einrichtung“, beispielsweise technische Ausstattung und Qualifikation des Chefarztes, als wichtiger eingestuft als die Dimension „Alltagsnähe“, wie beispielsweise ambulante Reha oder Entfernung zum Wohnort.“ 

„Und wie sieht es bei der Kompetenz und Erfahrung der Ärzte oder der Verbesserung des körperlichen Zustands aus?“ 

„Auch das rangiert an herausgehobener Stelle.“ 

„Welche Meinung haben denn die Sozialdienste geäußert?“ 

„Die betrachten den respektvollen Umgang des Personals mit den Patientinnen und Patienten als wichtigsten Qualitätsfaktor.“ 

„Und sonst?“ 

„Alle gemeinsam sahen die Ergebnisqualität als ebenfalls wichtigste Dimension an.“ 

„Und Wohlfühlen und Vernetzung?“ 

„Wurde eher als nachrangig eingestuft.“ 

„Könnte man das alles auch in Form einer Checkliste zusammenfassen?“ 

„Na klar, zum Beispiel auch mit folgenden Prüfpunkten einer Reha-Klinik: Räumliche Bedingungen, das heißt Patientenzufriedenheit mit der räumlichen Gestaltung der Klinik.“ 

„Und was wäre mit dem Einbezogensein, das heißt der Teilnahme an der täglichen Routine?“ 

„Das gehört auf jeden Fall in eine solche Checkliste.“ 

„Oder die rehabilitative Orientierung, das heißt, die wahrgenommene Vorbereitung auf die Zeit nach der Reha?“ 

„Für die gilt das Gleiche.“ 

„Wäre denn damit eine solche Checkliste schon vollständig?“ 

„Grundsätzlich dürfte es schwer sein, eine für alle Reha-Kliniken gleich gültige Checkliste in allen Einzelheiten festzulegen.“ 

„Trotzdem, was sollte immer bewertet werden?“ 

„Unter anderem: Qualifiziertes Patientenmanagement mit partizipativem Therapieplan, Überwachung der Einhaltung bzw. Abweichung vom Therapieplan, leitlinienorientierte Diagnostik und Behandlung, Assessment zum Behandlungserfolg, evidenzbasiertes Behandlungskonzept.“ 

„Auch Peer-Review-Verfahren?“ 

„Auf jeden Fall: Peer-Review-Begutachtungsverfahren von Entlassungsberichten und Therapieplänen, einzelfall- und indikationsbezogen.“ 

„Gibt es denn neben der internen auch noch eine externe Qualitätssicherung?“ 

„Ja, und zwar im Wesentlichen in Form von Vorgaben durch das Qualitätssicherungsprogramm für Rehabilitation der Rentenversicherung sowie der gesetzlichen Krankenversicherung.“ 

Hanauer Storytelling über diverse Standort-Intangibles - Wie reich und vermögend macht Immaterielles Kapital ?von J. Becker, Friedrichsdorf, Kindle Edition