Die Leitfrage „Karriere – wo stehe ich?“ wird im Rahmen der 3W-Analyse vor allem durch ein diagnostisch-reflexives Strategie-Denkmuster unterstützt. Dieses Denkmuster lässt sich genauer fassen und praktisch nutzen:
Zentrales Strategie-Denkmuster: Standortbestimmung / Ist-Analyse
Charakter
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analytisch: nüchterne Bestandsaufnahme statt Wunschdenken
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reflexiv: Selbstbeobachtung, Erfahrungen und Muster erkennen
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realistisch: Abgleich von Selbstbild und Fremdbild
Es geht nicht um Planung oder Vision, sondern um Orientierung.
Einordnung in strategische Denkschulen
Diagnostisches Denken (medizinische Logik)
Bevor man behandelt, stellt man die Diagnose.
Übertragen auf Karriere:
-
Welche Kompetenzen habe ich tatsächlich?
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Wo bin ich wirksam, wo nicht?
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Welche Symptome zeigen sich (Zufriedenheit, Stagnation, Überforderung)?
➡️ Grundlage jeder weiteren Strategie.
Systemisches Denken
Ich stehe nicht isoliert, sondern in einem Geflecht.
Fragen:
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In welchem System bewege ich mich (Organisation, Branche, Lebensphase)?
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Welche Rollen nehme ich ein – freiwillig oder zugeschrieben?
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Welche Wechselwirkungen prägen meine Situation?
➡️ Karriere als Teil eines größeren Kontextes, nicht nur als individuelle Leistung.
SWOT-nahe Selbstanalyse (ohne sofortige Handlung)
Fokus auf S und W, nur indirekt auf O und T:
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Stärken: erprobt, nicht erhofft
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Schwächen: strukturell, nicht moralisch
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Positionierung: Wie werde ich wahrgenommen?
➡️ Noch keine Strategie – nur Standort.
Narratives Denken (Karriere als Geschichte)
Wo befinde ich mich in meiner persönlichen Erzählung?
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Anfang, Mitte, Wendepunkt, Reifephase?
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Wiederholen sich Muster?
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Welche Entscheidungen waren prägend – welche wurden vermieden?
➡️ Sinn- und Identitätsebene der Standortfrage.
Abgrenzung zu den anderen 3W
| W-Frage | Dominantes Denkmuster |
|---|---|
| Wo stehe ich? | diagnostisch-reflexiv |
| Was will ich? | normativ-visionär |
| Wie komme ich dorthin? | strategisch-operativ |
Ein häufiger Fehler ist, visionäres oder operatives Denken zu früh einzusetzen – ohne saubere Standortbestimmung.
Merksatz
„Wo stehe ich?“ verlangt kein Ziel, sondern Wahrheit.
Erst wer den eigenen Standort nüchtern erkennt, kann Richtung und Weg sinnvoll bestimmen.
Selbstreflexions-Raster
Karriere – wo stehe ich?
Rolle & Kontext – Wo bin ich verortet?
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Meine aktuelle Rolle(n):
→ ______________________________ -
Formell vs. tatsächlich ausgefüllt:
→ ______________________________ -
In welchem System bewege ich mich?
(Organisation, Branche, Lebensphase)
→ ______________________________
Schlüsselimpuls:
Bin ich Gestalter, Verwalter oder Getriebener?
Kompetenzen – Was trage ich real bei?
Erprobte Stärken (nicht Potenziale):
Typische Beiträge, für die man mich schätzt:
Kompetenzen, die kaum genutzt werden:
Wirksamkeit & Resonanz – Wo mache ich einen Unterschied?
-
Wo erlebe ich Wirkung?
→ ______________________________ -
Wo verpufft mein Einsatz?
→ ______________________________ -
Welche Rückmeldungen wiederholen sich?
→ ______________________________
Indikator:
Wirkung zeigt sich nicht in Anstrengung, sondern in Resonanz.
Energie & Emotion – Was kostet mich Kraft, was gibt sie mir?
Energiequellen:
Energieräuber:
Vorherrschendes Gefühl im Arbeitsalltag:
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☐ Neugier
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☐ Pflicht
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☐ Frustration
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☐ Sinn
-
☐ Erschöpfung
5. Muster & Wiederholungen – Was kehrt zurück?
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Typische Konflikte oder Engpässe:
→ ______________________________ -
Wiederkehrende Entscheidungen, die ich vermeide:
→ ______________________________ -
Bekannte Denk- oder Verhaltensmuster:
→ ______________________________
Leitfrage:
Welches Muster will mir etwas sagen?
Standort-These – Mein heutiger Karrierestatus in einem Satz
„Aktuell stehe ich an einem Punkt, an dem …“
→ ___________________________________________
Kein Ziel, keine Lösung – nur eine ehrliche Standortbeschreibung.
Optional: Reifegrad-Selbsteinschätzung
Kreuze spontan an:
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☐ Aufbauphase
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☐ Konsolidierung
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☐ Wendepunkt
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☐ Sättigung
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☐ Neuorientierung
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Abschlussgedanke?
Standortklarheit ist keine Schwäche, sondern strategische Reife?
Erst wer weiß, wo er steht, kann entscheiden, ob er bleiben, wachsen oder gehen will?
Wissensbasierte Ökonomie
Region RheinMain
Lokale Standortbeobachtungen
Standortbilanz u. Personalbilanz
























