Der Blick muss sich verstärkt auf die Gesamtzusammenhänge richten. Als mögliche Gefahren sollten im Auge behalten werden: eine nur rein technische Einübung bestimmter Fertigkeiten oder gar ein Drill auf bestimmte Einheitsstandards wäre eher von Übel.
Trotz aller Bemühungen der Politiker um gleiches Niveau von Abiturnoten wird es wohl auch in Zukunft Unterschiede von Schule zu Schule und erst recht von Lehrer zu Lehrer geben. Einübung von Automatismen und Drill auf Fachwissen ereilen den Abiturienten noch früh genug. Der alte Spruch, dass man nicht für die Schule sondern für das Leben lerne, gilt nach wie vor: Schule sollte mehr auf das wirkliche Leben denn auf den künftigen Job vorbereiten. Nur deshalb heißt es im Abitur auch Zeugnis der Reife. Wertpapieranalytiker spüren für Anlageentscheidungen Informationen auf und erarbeiten Vorschläge, was gekauft oder verkauft werden sollte. Doch meistens sind sie keine guten Dirigenten für ein ganzes Orchester. Sind sie von Natur aus Holzbläser, dann neigen sie dazu, auch das ganze Orchester als Holzbläser zu hören. Der smarte Anleger jedoch braucht aber noch andere, um Holz-, Blechbläser und Streicher im Takt zu halten, sprich ausgewogene und nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Die BWL ist mit Abstand die größte Einzelwissenschaft an deuten Hochschulen. Da sich nicht nur die Wirtschaft vernetzt, muss auch die BWL in Zukunft vernetzter denken (statt sich in zahlreichen Spezialgebieten zu verlieren). Der Blick muss sich verstärkt auf die Gesamtzusammenhänge richten und damit auch die Nachbardisziplinen einbeziehen.