Wer Buchstaben mit Handbewegungen zu Worten verbindet, aktiviert im Vergleich zur Nutzung von Tastaturen meist ungleich mehr Hirnregionen: die relative Langsamkeit von Schreibschriftabläufen unterstützt die Gedankenfindung und fördert die Konzentration. Man kann dem Zeitenwandel durchaus Rechnung tragen, ohne dafür Natur und Schrift nur noch auf dem Bildschirm erleben zu dürfen.
https://www.beckinfo.de/publikationen-medien/
Wenn also das Schreiben nach Aussprache gelernt wird, orthographische Fähigkeiten nachrangig sind, der obligatorische Sprachschatz gekürzt wird, zeigen sich hierdurch Hinweise auf Geringschätzung von Sprache. Andererseits gibt es Belege dafür, dass flüssiges Mit-der-Hand-Schreiben mehr Hirnareale aktiviert als das Tippen von Einzelbuchstaben, dass man sich Texte mit einer Verbundschrift besser merken und ihren Sinn besser erfassen kann. Verbundene Schriften machen sprachliche Einheiten besser lernbar. Langjährige Schulzeiten sind teuer, heute mehr denn je. Nicht nur für Leistungsempfänger, sondern viel mehr noch für Leistungserbringer. Nicht ungewöhnlich deshalb, wenn immer mal wieder jemand Berechnungen über die Rendite einer verbrachten Schulzeit oder eines Studiums anstellt. Wäre es daher nicht nur logisch, auch einmal Überlegungen zur Rendite von Schulen und deren Produkten anzustellen? Die Schule erstellt zwar zahlreiche Produkte, weiß aber nie oder selten, was aus ihnen einmal wird. In der Prozesskette fehlt die Endkontrolle. Wenn Abgänger ihre Schule verlassen haben, durchlaufen sie in ihrem weiteren Leben zahlreiche weitere Anreicherungs-, Transformations- und Umwandlungsprozesse hinsichtlich der im Rahmen der Schulzeiten einmal erlangten Wissensstände. Was also läge näher als nachzuforschen, was aus dem ursprünglichen von der Schule vermittelten Wissen im weiteren Verlauf geworden ist. Hat es neue Blüten und Zweige, weitere Ableger gebildet? Kann man eine Wachstumsgeschwindigkeit orten und feststellen? Oder sind gewisse Wissensbestandteile später wieder abgestorben und verkümmert? Wenn welche und warum? Wie viel Prozent des im Laufe der Schulzeit vermittelten Wissens konnte im späteren Leben noch genauso genutzt werden? Welcher Anteil wurde überhaupt in ein späteres Leben hinüber gerettet? Und in welchem Umfang war das vermittelte Wissen die Basis oder Voraussetzung dafür, dass damit überhaupt erst weiteres Wissen erlangt werden konnte? Und überhaupt: welche Potentiale konnten mit Hilfe des erworbenen Wissens eröffnet werden?
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.