Zunächst war und ist die Schule der wichtigste (erste, einzige) Ort zum Lernen. Heute kommen die Netzwerke als weitere Orte hinzu. Lernen ist der Erwerb von geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten und Kenntnissen, vor allem aber lernen wir durch die Reflexion von Erfahrungen. Lernen ist unabdingbar, um sich in der Welt zurechtfinden zu können. Dabei tritt reines Faktenwissen mehr und mehr hinter Strategie- und Kompetenzerwerb zurück.
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Jeder sollte dabei seine eigenen Lernstrategien entwickeln. Die Lernmöglichkeiten in der digitalen Welt sind nahezu unbegrenzt und umfassen neben der direkten und aktiven Nutzung auch die Thematisierung digitaler Inhalte in analogen Kontexten oder eine multimediale Verarbeitung von Inhalten. Im Eiltempo einer rasenden Digitalisierung ist schneller immer besser: so das allgemeine Credo. Zeiten einer nie dagewesenen Beschleunigung reißen auch das Arbeitsleben mit. Der Kern liegt in den rasenden Fortschritten der Digitalisierung, die jede Form der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung mit ungeheurer Schnelligkeit erlaubt. Allerdings sind mit diesen Errungenschaften aber gleichzeitig auch die Handlungserwartungen in die Höhe geschnellt: man kann und muss schneller reagieren, schneller entscheiden, sich schneller zurückmelden, schneller arbeiten und mehr Dinge in der gleichen Zeit erledigen. Beruflich und privat quasi in Echtzeit mit Reaktionszeiten, die gegen Null tendieren. Die Innovationsverdichtung ist fortwährend auf Wachstum getrimmt. Mehr Lebenstempo verengt gleichzeitig Autonomiespielräume.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.