Auf der Welt soll es etwa 6.000 Sprachen geben: davon werden bereits über 1.000 allein im kleinen Neuguinea mit einer Bevölkerung von gerade einmal zehn Millionen gesprochen. Was vor tausenden von Jahren eher der Normalfall war ist heute ein Sonderfall: die Planierung der sprachlichen Vielfalt schreitet weiter voran. In einer vernetzten und audiovisuell organisierten Welt von morgen braucht man immer weniger Menschen, die lesen und schreiben können.
https://www.rheinmaingeschichten.de/wirtschaft-geldanlage/
Der Weg einer „oralen Gesellschaft“ zurück in die Mündlichkeit ist vorgezeichnet: die Erosion der Schriftkultur ist bereits an vielerlei Stellen zu besichtigen, die audiovisuelle Kommunikation befindet sich unaufhaltbar auf dem Vormarsch. Im Siliziumzeitalter der heutigen Zeit geht es an erster Stelle um Veränderung, das Streben nach Bewahrung und Instandhaltung wird eher negativ oder (wenn überhaupt) an hinterer Stelle gesehen: eine Welt in permanenter Umwälzung ist ohne eine gewisse Beständigkeit nicht immer eine schöne (neue) Welt. Trotz noch so riesiger Datenmengen scheint es aber ein Missverhältnis von Informationsfülle und Wissensdefizit zu geben. Wir tasten uns auf einem Berg von Daten durch ein Gelände, das wir nicht kennen. Einerseits sind wird geradezu auf Gedeih und Verderb auf elektronische Maschinen zur Informationsverarbeitung angewiesen: andererseits beschleicht uns nur zu oft das Gefühl, das wir über die Welt, in der wir uns bewegen, zu wenig wissen. Es kommt darauf an, den Mut zu haben, sich die Grenzen des Wissens einzugestehen und sich nicht mit immer mehr Informationen über dessen Fehlen hinwegzutäuschen. Vor allem bereit zu sein, neben informationsgesättigtem Sachverstand Vernunft walten zu lassen.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation