Wissensarbeiter - Navi ein, Hirn aus: Wir verlassen uns blind auf Technik

 Die Erlösung von der Last, seinen eigenen Weg finden zu müssen, hat auch Schattenseiten. Was müssen wir überhaupt noch wissen, wenn Google als Gedankenprothese on demand zur Verfügung steht und kognitive Prozesse zumindest teilautomatisiert werden? Wenn man der Technik blind vertraut, folgt man bald einem ebenso blinden Gehorsam gegenüber der Macht der Algorithmen.

 

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Für die persönliche und soziale Entwicklung einer Person sind innerhalb der Gesellschaft gewisse Schlüsselkompetenzen notwendig. Schlüsselkompetenzen entsprechen Kriterien wie beispielsweise: sie tragen zum Erfolg auf der individuellen und gesellschaftlichen Ebene bei, sie werden benötigt, um komplexe Anforderungen und Herausforderungen in möglichst vielen Kontexten bewältigen zu können, sie sind für alle Individuen von Bedeutung. Gemeint sind insbesondere Kompetenzen, die es erlauben, sich in verschiedenen Situationen der privaten und beruflichen Lebenswelt zurechtzufinden und diese mitzugestalten. Wissenschaftler versuchen mit künstlichen neuronalen Netzen die Funktion des Gehirns (zumindest in Ansätzen) nachzubilden. 

 

Die künstlichen Neuronen, auch Knoten genannt, einer Ebene geben Signale jeweils an alle Knoten der darüber liegenden Ebene weiter. Software-Algorithmen stellen die Stärke der Verbindungen und die Reizschwellen ein und ahmen so die neuronale Plastizität nach. Der produktiven Arbeit solcher Netze gehen Lernphasen voraus, bei denen sie Trainingsdaten auswerten und die hinterlegten Algorithmen die Verbindungsstärken justieren. Mit der Methode des Transfer-Lernens können Netze, die schon trainiert worden sind (eingeschwungene Netze) schnell und einfach an neue, ähnlich gelagerte Aufgaben angepasst werden.

 

Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation 

 

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Jörg Becker Friedrichsdorf

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