Beruf und Karriere - Trainingslager der Zukunft mit Rollenspiel

 Eine Assessment Center – Einladung bedeutet meist, dass man nach einer ersten Auswahlrunde zu einem vertieften Eignungs- und Entwicklungstest eingeladen wurde. Unternehmen möchten damit prüfen, wie gut Bewerber fachlich, persönlich und sozial zur Position passen. 

Typische Bestandteile eines Assessment Centers sind: 

  • Persönlichkeits- und Leistungstests
  • Gruppenaufgaben
  • Präsentationen
  • Rollenspiele oder Fallstudien
  • Interviews
  • Analyse von Kommunikations- und Teamfähigkeit 

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Oft geht es dabei nicht nur um aktuelle Fähigkeiten, sondern auch um Entwicklungspotenzial, Führungsfähigkeit oder Belastbarkeit.

 

Worauf Unternehmen besonders achten: 

  • analytisches Denken
  • Auftreten und Kommunikation
  • Teamverhalten
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Motivation und Persönlichkeit

 

Zur Vorbereitung hilft: 

  • Informationen über das Unternehmen sammeln
  • typische AC-Aufgaben üben
  • eigene Stärken und Schwächen reflektieren
  • kurze Selbstpräsentation vorbereiten
  • ruhig und authentisch bleiben 

 

Das Trainingslager der Zukunft 

Das Gymnasium war für Lena rückblickend ein Fitnessstudio für die Karriere gewesen. Lehrer hatten keine Kreide in der Hand, sondern Stoppuhren. Wissen wurde nicht geübt, sondern trainiert – immer mit Blick auf den nächsten Wettkampf: das Leben. 

Und nun stand sie hier, in einem anonymen Bürogebäude mit Glasfassade und grauem Teppichboden. Auf dem Empfangstisch lag eine Mappe:
„Assessment Center – Einladung zur Potentialanalyse“ 

Lena zog die Schultern gerade. Potenzialanalyse. Das klang wie eine Diagnose, die jemand anderes über sie fällen würde. 

 

Der Kreis der Kandidaten: Sechs Bewerber saßen in einem Raum, der an ein Verhörbüro erinnerte. Eine Uhr tickte, ein Projektor surrte, drei Beobachter schrieben unablässig. 

Nach der Vorstellungsrunde – bei der jeder von „Teamfähigkeit“ und „Leidenschaft für Herausforderungen“ sprach – begann die Gruppenübung. Eine Fallstudie: „Rettung eines insolventen Start-ups.“

 

Lena beobachtete die anderen. Jonas redete ununterbrochen, Kathrin lächelte taktisch, und ein schüchterner Junge namens Paul notierte alles, ohne ein Wort zu sagen. 

„Wir müssen Synergien schaffen“, sagte Jonas, mit der Energie eines jungen Politikers.
„Oder wir sollten erst verstehen, was schieflief“, entgegnete Lena ruhig. 

Ein prüfender Blick von der Beobachterin traf sie wie ein Laserstrahl. 

 

Das Rollenspiel 

Ein neuer Zettel: „Konfliktgespräch mit einem schwierigen Mitarbeiter.“
Lena bekam die Rolle der Vorgesetzten. Der „Mitarbeiter“ war ein Schauspieler – so stand es in der Aufgabenbeschreibung. 

Doch als das Gespräch begann, wurde es unheimlich.
„Warum glauben Sie, hier zu sein?“, fragte der Mann mit einem Lächeln, das zu lange anhielt.
„Weil ich mich beworben habe?“
„Nein“, sagte er leise, „Sie sind hier, weil Sie beobachtet werden.“ 

Ein Kichern durchzuckte die Reihen der Bewerter. War das Teil des Spiels? 

Lena spürte plötzlich, dass alle Kameras auf sie gerichtet waren. Ihre Hände wurden feucht.
„Das Gespräch ist beendet“, sagte sie, aber niemand reagierte. 

 

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Jörg Becker Friedrichsdorf

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