Executive Information - Intelligente Modularisierung komplexer Sachverhalte

Intellektuelle Anstrengung und Kompetenz bedeuten, alle Elemente, d.h. auch und gerade die nicht quantifizierbaren, in Entscheidungen einfließen zu lassen. In einer Welt der Echtzeitkommunikation und Vernetzung ohne Grenzen braucht es eine Machete im Dschungel der Komplexität: um Lichtungen zu schlagen, von denen man eine Rundumblick hat. In die gleiche Richtung zielen auch Worst-Case-Szenarios: d.h., darauf vorbereitet zu sein, dass man nicht auf alles vorbereitet sein kann, den Umgang mit dem Unerwarteten zu üben. 

 

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Die Kunst der Modularisierung besteht darin, Schnittstellen zu ermitteln, entlang deren sich komplexe Sachverhalte sinnvoll zerlegen lassen – und so möglichst viele Spielarten der Zusammensetzung zu ermöglichen. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen und durch intelligente Logik Transparenz zu schaffen. Big Data macht zwar fast alles irgendwie rechenbar aber deswegen den Lauf der Dinge noch längst nicht (und schon gar nicht genau) vorhersagbar, auch im Informationszeitalter bleibt es eine Kunst, die Zeichen der Zeit zu lesen. Die sich weiter digitalisierende Welt steht mit einer großen Zahl offener Fragen und Problemen gewissermaßen erst am Anfang einer noch abzuarbeitenden Lernkurve. Viele Sachverhalte müssen gründlicher hinterfragt und vielfach wohl auch neu justiert werden. Wer das umgebende Geschehen nicht mehr vollständig erfassen kann, muss Wissenslücken, Zielkonflikte und Kontrollverluste in Kauf nehmen. Jedes Modell, so oft man es auch immer weiter verbessern mag, ist von Natur aus unvollkommen. Besser könnten Verfahren sein, die mit Modellen zwar verwandt, aber viel offener und informeller sind. Im Kern geht es um die Frage: wie kann man bei kontroversen Ereignissen, über die alle nur mutmaßen und sehr viele Interessen miteinander kollidieren, dieses ganze Rauschen herausfiltern?

 

Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation 

 

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Jörg Becker Friedrichsdorf

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