Fliegen und malen

 

Auf einer griechischen Insel gefangen seufzte damals jener Daidalos: „Ach, wenn man doch fliegen könnte, Flügel müsste man haben, Flügel wie ein Vogel !“. Und der Sage nach baute er sich Flügel: so wollte er den Weg durch die Lüfte nehmen. Flügel sollten die Fesseln der Erdenschwere von ihm nehmen. Als er damit über das Meer fliegen wollte ermahnte er vor dem Start seinen Sohn Ikaros: zügle dein Ungestüm und fliege genau in der Mitte zwischen Himmel und Meer. Zwischen den Elementen – dem Wasser des Meeres und dem Feuer der Sonne – fliege dahin und ziehe im Element der Lüfte deine Bahn. Jede Stadt, die auf eine lebendige Künstler-, Kultur- und Kreativszene verweisen kann, kann sich eigentlich nur glücklich schätzen. Jeder, der ein Bild malt, ist auf seine Weise kreativ. Auch dann, wenn seine Bilder die Öffentlichkeit niemals erreichen. Wie jener Flieger, der niemals eine Kunstakademie oder ähnliche Einrichtung besucht hat, ja es nicht einmal für nötig befunden hat, sich teure Maler-Utensilien anzuschaffen. Seine Bilder haben nie eine Ausstellung oder Galerie gesehen, aber zeigen vor allem eines: die Freude am Malen ist ehrlich. Und damit sind es auch die Bilder. Der Flieger hat nie den Anspruch erhoben, ein Künstler werden zu wollen. Und doch ist er im wahrsten Sinne des Wortes ein Kreativer.

 

 

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