Abi63 - OImb - Das Besondere

Was gibt es Besonderes an einem Abitur? Sehr wenig, damals nicht, und heute in Zeiten der Inflation von 1er-Noten schon überhaupt nicht. 

Oder ist etwa die Jahreszahl 63 das Besondere? Wohl kaum, schon vor 63 und auch nach 63 gab es tausende, zigtausende, die ihr Abitur machten. 

Oder war es ein Klassenfest jener Abi63-Abiturientengruppe? Zunächst auch nicht, was sollte an einem Klassenfest schon besonders sein? Kaum etwas. Und trotzdem gibt es das Besondere: Weil jenes Klassenfest seit jenem Jahr 63 lückenlos über alle Zeiten hinweg Jahr für Jahr, also mittlerweile weit über 50 mal stattgefunden hat. Immer um die Weihnachtszeit herum. Und, als wäre das noch nicht genug, dazu immer am gleichen Ort, der gleichen Gaststätte, dem gleichen Tisch, den gleichen Wirtsleuten. Und, so lange es dauerte, dem gleichen Klassenlehrer. 

Wenn es diesen Ort im Zuge von Corona-Zeiten nicht mehr gäbe, wäre vielleicht auch das Besondere dahin. Bestimmt sogar. 

„Was meinte denn Detlev mit seiner Feststellung von Schockstarre?“, fragte Ehemaliger I. 

„Keine Ahnung, vielleicht grundsätzlich Corona? Oder auch das Besondere speziell aus OImb-Sicht?“, fragte Ehemaliger II. 

„Oder meinte er mit Schockstarre die Reaktion auf den Tod von Rainer, der noch vor wenigen Monaten beim letzten Klassentreffen an diesem besonderen Ort gewesen war?“ 

„Man weiß es nicht.“ 

„Und in Gedanken an das Besondere: Mach´s gut Rainer!“ 

„Ja, mach´s gut, beim nächsten Klassentreffen fehlt uns was!“

 

Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen,

Jörg Becker Friedrichsdorf

Manchmal braucht man eine Geschichte, um Zusammenhänge plastisch zu beschreiben. Erzählte Sachverhalte sind leichter verstehbar.

Eigenverleger, die mehrere (vielleicht sogar viele) Bücher erstellen (wollen), dürfen Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren, was sich beim Kauf von Inhalten tut. Alternativen zum Inhalteverschenken rücken stärker in den Vordergrund: der Druck von im Printgeschäft wegbrechenden Umsätzen ist einfach zu groß. Zwar werden ständig neue Ideen auf den Markt gespült, um wegbrechende Printerlöse aufzufangen. Den Stein des Weisen aber scheint noch niemand gefunden zu haben. 

Jeder neue junge Text hat Eltern als Urheber in der Vergangenheit. Künstlichen Intelligenz (KI) bewirkt weltweit einen Umbau der Gesellschaften. Und vielleicht sogar ähnlich radikal wie vor Jahrtausenden durch die Erfindung der Schrift. Frage: Braucht man überhaupt noch Menschen, um Literatur, Bilder oder Musik zu schaffen? Was kann ein Künstler, was die Maschine nicht kann oder zumindest einmal können wird? 

Eigenverlegern reicht es nicht mehr, eine reine Plattform oder ein Vehikel für fremde Inhalte zu sein. Sie wollen eigene und exklusive Inhalte liefern, die Substanz haben. Es geht darum, Leser und Nutzer an sich zu binden, indem ihnen etwas geboten wird, das es sonst nirgendwo gibt. Inhalte als Monopol: Für Eigenverleger könnte sich hier eine Marktlücke auftun. Sie müssen eine Konkurrenz durch Netzwerke eher weniger befürchten.