Corona Klassentreffen 2020 - Abi63 OImb Storytelling

Was auf der Welt oder bei Klassentreffen auch immer geschieht kann in Texten vermeldet, beschrieben und kommentiert werden. Von Leuten, denen hoffentlich beim Schreiben bewusst war, wie vorläufig, revidierbar und irrtumsanfällig solche Reflexionen und Meldungen waren und immer sein werden. Für gute Erzählungen braucht es dabei nicht nur Sachverstand, sondern fast immer auch Geistesgegenwart. Man sollte sein Publikum weder unterschätzen und unterfordern. Abi63-Leute muss man nicht immer irgendwo „abholen“ sondern die sind sehr wohl in der Lage, Sprünge weit über sich selbst hinaus zu machen, wenn man sie nur lässt. Gut kann es vor allem werden, wo Ereignisse nicht sofort mit der Brechstange auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht werden, Schwieriges auch manchmal unbeantwortet gelassen und trotzdem von niemandem unverstanden bleibt. Wenn nicht immer nur eine Ideologie der Eindeutigkeit herrscht und alles um einen herum darauf ausgelegt wird, immer nur unzweideutig, abgeschlossen und widerspruchsfrei zu sein wie ein Gefühl dickwattierter Unwirklichkeit. Klassenfeste müssen mit ihren Erzählungen keine Literaturpreise gewinnen: Hauptsache, dass am Schluss keine Frage offen-, kein Widerspruch unaufgelöst, kein Abgrund unausgeleuchtet bleibt. 

Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen,

Jörg Becker Friedrichsdorf

Manchmal braucht man eine Geschichte, um Zusammenhänge plastisch zu beschreiben. Erzählte Sachverhalte sind leichter verstehbar.

Eigenverleger, die mehrere (vielleicht sogar viele) Bücher erstellen (wollen), dürfen Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren, was sich beim Kauf von Inhalten tut. Alternativen zum Inhalteverschenken rücken stärker in den Vordergrund: der Druck von im Printgeschäft wegbrechenden Umsätzen ist einfach zu groß. Zwar werden ständig neue Ideen auf den Markt gespült, um wegbrechende Printerlöse aufzufangen. Den Stein des Weisen aber scheint noch niemand gefunden zu haben. 

Jeder neue junge Text hat Eltern als Urheber in der Vergangenheit. Künstlichen Intelligenz (KI) bewirkt weltweit einen Umbau der Gesellschaften. Und vielleicht sogar ähnlich radikal wie vor Jahrtausenden durch die Erfindung der Schrift. Frage: Braucht man überhaupt noch Menschen, um Literatur, Bilder oder Musik zu schaffen? Was kann ein Künstler, was die Maschine nicht kann oder zumindest einmal können wird? 

Eigenverlegern reicht es nicht mehr, eine reine Plattform oder ein Vehikel für fremde Inhalte zu sein. Sie wollen eigene und exklusive Inhalte liefern, die Substanz haben. Es geht darum, Leser und Nutzer an sich zu binden, indem ihnen etwas geboten wird, das es sonst nirgendwo gibt. Inhalte als Monopol: Für Eigenverleger könnte sich hier eine Marktlücke auftun. Sie müssen eine Konkurrenz durch Netzwerke eher weniger befürchten.