Wenn nur noch Zeichen und Symbole übrig bleiben

In der globalisierten Welt hängt alles mit allem zusammen: Menschen-, Verkehrs-, Geld-, Medien-, Rohstoff-, Datenströme und auch Standorte. Diese vernetzte Welt befindet sich im ständigen, scheinbar immer schnelleren Wandel sowohl durch innere als auch durch äußere Einflüsse. Big Data macht zwar fast alles irgendwie rechenbar aber deswegen den Lauf der Dinge noch längst nicht (und schon gar nicht genau) vorhersagbar: auch im Informationszeitalter bleibt es eine Kunst, die Zeichen der Zeit zu lesen. Fremdbilderhebung: wie stehen wir aus der Sicht Dritter bzw. des Zielpublikums da: wie wird das Leistungsprofil gesehen, wie die Leistungsprofile der Konkurrenz? wo ergeben sich beim direkten Vergleich Diskrepanzen? Eigenbilderhebung: wer sind wir und was wollen wir: welche Qualitäten und Haltungen will man selbst intern und extern widerspiegeln? Das Kernstück der Fremdbild-/Eigenbildanalyse ist die Ermittlung der internen und externen Markt- bzw. Leistungsprofile, die Feststellung von Schnittstellen und das Herauskristallisieren von genutzten und freien Potentialen. Best-Practice-Vorgehensweisen erzeugen wichtige Impulse für Restrukturierungen und Umorientierung. Es geht um ganzheitliches Denken zur Entwicklung einer strategisch ausgerichteten Sicht und Planung. Dabei darf eine dermaßen bewährte Kulturtechnik wie die der Schreibschrift nicht so einfach mir nichts dir nichts aus der Welt verschwinden und wegen iPads oder anderer digitaler Gerätschaften ersatzlos gestrichen werden. Wichtig scheinen in diesem Zusammenhang Ergebnisse der Bildungsforschung, nach denen digitale Medien weniger intensive Spuren im Gedächtnis hinterlassen als Stift und Papier. Menschen werden durch technische Hilfsmittel in die Lage versetzt, immer schneller schreiben zu können: ohne dass es den Filter der sich langsam bewegenden Hand gibt. Zwangsläufig werden so eher nur Meinungen als Gedanken, eher Stimmungen als Gefühle transportiert. D.h. mit der Schriftsprache würde auch die Art des Denkens, deren Gefäß sie ist, kollabieren. Übrig bleiben dann nur noch Zeichen und Symbole. 

Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen,

Jörg Becker Friedrichsdorf

Manchmal braucht man eine Geschichte, um Zusammenhänge plastisch zu beschreiben. Erzählte Sachverhalte sind leichter verstehbar.

Eigenverleger, die mehrere (vielleicht sogar viele) Bücher erstellen (wollen), dürfen Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren, was sich beim Kauf von Inhalten tut. Alternativen zum Inhalteverschenken rücken stärker in den Vordergrund: der Druck von im Printgeschäft wegbrechenden Umsätzen ist einfach zu groß. Zwar werden ständig neue Ideen auf den Markt gespült, um wegbrechende Printerlöse aufzufangen. Den Stein des Weisen aber scheint noch niemand gefunden zu haben. 

Jeder neue junge Text hat Eltern als Urheber in der Vergangenheit. Künstlichen Intelligenz (KI) bewirkt weltweit einen Umbau der Gesellschaften. Und vielleicht sogar ähnlich radikal wie vor Jahrtausenden durch die Erfindung der Schrift. Frage: Braucht man überhaupt noch Menschen, um Literatur, Bilder oder Musik zu schaffen? Was kann ein Künstler, was die Maschine nicht kann oder zumindest einmal können wird? 

Eigenverlegern reicht es nicht mehr, eine reine Plattform oder ein Vehikel für fremde Inhalte zu sein. Sie wollen eigene und exklusive Inhalte liefern, die Substanz haben. Es geht darum, Leser und Nutzer an sich zu binden, indem ihnen etwas geboten wird, das es sonst nirgendwo gibt. Inhalte als Monopol: Für Eigenverleger könnte sich hier eine Marktlücke auftun. Sie müssen eine Konkurrenz durch Netzwerke eher weniger befürchten.