Klassentreffen - Die Ehemaligen staunen, was aus ihnen geworden ist. Man hat nicht das Gefühl, dass dabei irgendwas bewertet wird: es ist, als begründete die gemeinsame Wegstrecke von einst ein Interesse an der Person, das vor oberflächlichen Urteilen schützt. Zu Schulzeiten gab es die Notenskala der Schule als einheitlichen Maßstab, an dem Erfolg gemessen wurde. Am Ende stellte sich heraus, dass es gar nicht auf die Eins ankommt. Hatte damals ohnehin kaum einer in seinem Zeugnis stehen. Oder doch, dann wäre das jetzt ein guter Augenblick, das richtig zu stellen. Entscheidend war wohl eher, seinen Weg zu gehen. Die Messlatte ist die eigene Zufriedenheit. In den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Abitur ist das Interesse an Klassentreffen meist noch gering. Weil alle mit sich selbst beschäftigt (Studium, Beruf, Familie) sind. Was soll eine Vergangenheit, wenn das gegenwärtige Leben von Tag zu Tag neue Perspektiven eröffnet? Doch später beginnt man, wieder bewusster auf die eigenen Wurzeln zu blicken.
https://www.bod.de/buchshop/wissensintensives-neudenken-joerg-becker-9783754374597